Kasse machen – Ich habe es gesehen

Noch bevor die Reportage ausgestrahlt wurde, las ich auf spiegel online den Beitrag von Peter Unfried (Ist der Name Programm?) Der Spiegel hat den Chefreporter der "taz" und Experten für Moralfragen im linken wie im konservativen politischen Spektrum  gebeten, eine Kritik zu schreiben. Nach dem Motto, wes Brot ich ess, des Lied ich sing, machte sich Unfried an die Arbeit. (Anm.: Anzeigen von BMW für den Spiegel?!) Den Machern wirft er vor, die "Moralkeule" zu schwingen und populistisch zu agieren. Er bemängelt, den ironischen Unterton von Lütgert:

"...Um nicht ungerecht zu werden: Die Reportage hat gute Momente. Aber ihr harter Newswert ist bescheiden. Und der undifferenzierte, moralische Über-Ich-Anspruch nervt, speziell weil er auch noch in einem "ironischen" Ton vorgetragen wird..."
Nachdem ich mir die Sendung angesehen habe, kann ich seine Ansicht so nicht teilen. Die Aktivitäten der Damen und Herren von vormals rot-grün sind immer wieder Thema. Entgegen der Rezension von Unfried habe ich einen ironischen Unterton nicht vernommen, eher verbittert und staunend, ob der Dreistigkeit. Ja, es geht um Moral, nicht um Recht. Und schon bei Asterix lernten wir: pecunia non olet! Das ist natürlich nicht so. Solches Verhalten galt bisher allgemein als Domäne der Liberalen und Konservativen, nicht der Sozis und Ökos - welch ein Trugschluss.(So naiv, wie das jetzt klingt, bin ich nicht!) Zur Glaubwürdigkeit der Politikerinnen und Politiker trägt es jedoch nicht bei. Dieses Verhalten von Ex-Politikern ist letztlich Sinnbild, der "geistig-moralischen Wende" der 80er Jahre. Immer nach der Devise, frech kommt weiter. Der Neid der Besitzlosen ist ihnen sicher, aber auch der Applaus der "Sozialen Marktwirtschaft". Die Protagonisten standen früher für die andere Seite. Welch ein Seitenwechsel! Das ist die Moral von der Geschicht!  

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