Assimilation, Integration usw. - Semantik des Fremden(hass) in Deutschland

Als die Familienministerin Kristina Schröder, die sich in ihrer Paranoia von Deutschenfeindlichkeit bedroht sieht, nach ihrem Amtsantritt daher ging und begann die Haushaltsmittel des Ministeriums für Projekte gegen Rechtsextremismus zusammenzustreichen, musste auch das Internetprojekt hagalil.com (Jüdisches Leben in Deutschland, Europa und Israel ) dran glauben. Schröder streicht immer noch.(s. hier) Ich habe damals für hagalil meinen Namen unter einen Aufruf gesetzt. Das führte dazu, dass auf einer antisemitischen Seite die Liste der hagalil-Unterstützer namentlich zum Abschuss freigegeben wurden. Darum soll es aber nicht gehen. Auf hagalil.com findet sich der Hinweis auf ein Buch aus dem Jahre 1917: Siegfried Bernfeld: Die Assimilation um der Menschheitwillen.
Aus dem ein Auszug veröffentlicht ist. Es ist auch ein Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte und vor dem Hintergrund der heutigen Diskussion mehr als aufschlussreich. Bernfeld schrieb 1917 durch seine zionistische Brille u.a. solche Sätze wie diesen:
"...Trotz der großen Zahl von Übertritten, trotz der immer wachsenden Zahl von Mischehen, wachsend auch, wenn man die beträchtliche Menge der scheinbaren Mischehen zwischen Getauften und Noch-nicht-getauften abzieht, sind im ganzen auch diese assimilierten Juden nicht aufgegangen im Deutschtum. Man könnte vergleichsweise sagen, daß die Juden keine chemische Verbindung mit ihrer Umgebung eingegangen, sondern in ihr bloß aufgelöst sind...“
Für uns Nachgeborene klingt dieser Satz wie eine düstere Prophezeiung. Zugleich entlarvt er ein typisches deutsches Denken in der aktuellen Integrationsdebatte. Integrieren und auch assimilieren kann sich nur, wer auch ehrlich akzeptiert wird. Solange das „Blut und Boden“-Denken sine qua non, ob bewusst oder unterbewusst, mitschwingt, wird sich trotz des deutschen Schwurs „nie wieder“ (krieg & auschwitz) nichts zum Besseren wenden.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Bürgermeister von Bergkamen Roland Schäfer sollte zurücktreten!

Auf dem rechte Auge blind