Ausgrenzung = christlich-jüdische Leitkultur

Frankfurter Rundschau vom 23.08.2011: 
Stefanie Schüler-Springorum, neue Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung, findet es im Interview legitim, Antisemitismus und Islamfeindschaft miteinander zu vergleichen:
Man kann Antisemitismus und Islamfeindschaft miteinander vergleichen, weil dann ja auch die Unterschiede deutlich werden. Und ich sehe durchaus Parallelen zwischen der heutigen Situation und der Situation im frühen 19. Jahrhundert, also der Emanzipationszeit. Andere Kollegen sagen, es gäbe diese Parallelen auch im späten 19. Jahrhundert. Dieser Disput ist Grund genug, das historisch zu erforschen, also der Frage nachzugehen, wann welche Gruppen mit welchen Argumenten ausgegrenzt werden.
"Es liegt auf der Hand, dass heutiger Antisemitismus und heutige Islamfeindlichkeit relativ wenig miteinander zu tun haben, weil es um völlig unterschiedliche historische Phänomene geht. Aber wenn man sich die Wurzeln anschaut, kann man Ähnlichkeiten sehen - etwa die Ausgrenzung einer fremden Religion und die Betonung der christlich-abendländischen Werte, die ja erst seit neuestem um das Wort 'jüdisch' ergänzt werden."
Die Grundfrage ist, wie wird Ausgrenzung begründet, etwa Ende des 18. Jahrhunderts. Da wurde gesagt: Wir sind ein christlicher Staat und deswegen kann hier niemand sonst leben. Das ist eine Ähnlichkeit. Aber der Unterschied zum Antisemitismus des späten 19. Jahrhunderts ist, dass heute niemand den Muslimen unterstellt, sie würden die Regierungen der Welt beherrschen und alle Redaktionen und Medien, Anwaltskammern und Ärzteschaft. Das ist etwas völlig anderes, was nur im Zusammenhang mit Antisemitismus abgerufen wird. So was ist vor dem Hintergrund der Einwanderung sogenannter „Gastarbeiter“ nie passiert.

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